„United Beyond“ – Ein Planspiel zur europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Am 24. und 25. Juni setzten sich Teilnehmende der Marienschule Fulda in Kooperation mit dem CIVIC-Institut im Rahmen des Planspiels „United Beyond“ mit der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik auseinander. In Rollen als Vertreter*innen der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Europäischen Rates sowie der Länder der Östlichen Partnerschaft verhandelten sie über politische Maßnahmen und übten sich in Konsensfindung. Dabei erhielten sie einen praxisnahen Einblick in die komplexen Entscheidungsprozesse der EU.

Die Konsensfindung im Europäischen Rat erwies sich dabei als besonders herausfordernd. Selbst bei grundsätzlicher Zustimmung zu einzelnen Artikeln mussten einige Mitgliedstaaten individuell überzeugt werden, um die notwendige Einstimmigkeit zu erreichen. Schlussendlich konnten nicht alle Vorschläge der Europäischen Kommission beschlossen werden – einige Artikel erzielten jedoch die erforderliche Zustimmung und wurden angenommen.

In einer abschließenden Talkshow bewerteten die Teilnehmenden (noch in ihren Rollen) die Ergebnisse der Verhandlungen. Kritisch wurde angemerkt, dass nicht alle Interessen und Positionen ausreichend berücksichtigt wurden. Vor allem die Länder der Östlichen Partnerschaft merkten an, dass sie sehr wenig Mitspracherecht gehabt hätten. Das Planspiel verdeutlichte dabei eindrucksvoll die Herausforderungen, vor denen die Europäische Union bei Entscheidungsprozessen steht – insbesondere im Hinblick auf die Vielzahl an Einzelinteressen innerhalb ihrer Institutionen.

In der Auswertung hoben die Schülerinnen und Schüler hervor, wie gewinnbringend es war, in eine andere politische Rolle zu schlüpfen und neue Perspektiven kennenzulernen. Viele betonten, dass sich ihr Blick auf europäische Politik dadurch nachhaltig verändert habe. Als besonders anspruchsvoll empfanden sie die Konsensfindung mit einzelnen Staaten – ein realistischer Einblick in die komplexen Aushandlungsprozesse innerhalb der EU. Gerade in einer zunehmend unübersichtlichen Weltlage, in der Entscheidungen selten ohne detaillierte Analysen getroffen werden können, wurde deutlich, wie wichtig es ist, trotz aller Herausforderungen handlungsfähig zu bleiben.

Nach einer kurzen Einarbeitungsphase, in der sich die Teilnehmenden auch selbst einen passenden Rollennamen gaben, begannen sie damit, ihre jeweiligen Vorschläge, Interessen und Bedenken aktiv in den Entscheidungsprozess einzubringen. Hierbei galt es insbesondere den Europäischen Rat von der eigenen Position zu überzeugen. Ziel war es, die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten.

Zum Auftakt erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die zentralen Aspekte der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur. Anschließend übernahmen sie im Rahmen des Rollenspiels verschiedene Positionen – unter anderem aus den Reihen der Östlichen Partnerschaft, der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments sowie des Europäischen Rates.